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Hurrikanversicherung und höhere Gewalt in der Karibik

17 Jul

Hurrikanversicherung und höhere Gewalt in der Karibik

Was alle karibischen Vermieter über Hurrikanversicherungen und Fälle höherer Gewalt wissen sollten

Wer in der Karibik ein Haus besitzt, weiß, dass Hurrikane eine ständige Bedrohung darstellen. Die Natur kann unerbittlich sein und schwere Schäden anrichten, manchmal unerwartet oder mit sehr kurzer Vorwarnung. Wenn Sie Ihre Immobilie vermieten, ändern sich Ihre Verantwortlichkeiten, da Sie einen Mietvertrag mit einer anderen Person abschließen. Wer kommt nach einem schweren Sturm für die Reparaturen auf? Was passiert, wenn das Haus unbewohnbar wird? Ist eine Versicherung Pflicht?

Mit den Vorteilen kommt die Verantwortung: Haftung der Vermieter im Falle von Naturkatastrophen

Wenn die Natur zuschlägt, sollten Sie vorbereitet sein. Eine Hausratversicherung ist zwar in den meisten Fällen nicht Pflicht, aber dringend zu empfehlen. Bei Starkwind oder sintflutartigen Regenfällen tragen Sie die gesamten Reparaturkosten. Obwohl die Bestimmungen je nach karibischer Gerichtsbarkeit variieren, ist eine Versicherung nur dann erforderlich, wenn Ihr Haus mit einer Hypothek belastet ist. Kreditgeber und Banken fordern dies als Bedingung für Immobilien in Risikogebieten. Auch wenn Versicherungen selten durch spezifische Steuergesetze wie das Gesetz Nr. 60 in Puerto Rico vorgeschrieben sind, ist der Abschluss einer Gebäude- und Betriebsunterbrechungsversicherung dringend zu empfehlen und oft von lokalen Kreditgebern vertraglich vorgeschrieben, um Ihr Vermögen vor unerwarteten Betriebsunterbrechungen zu schützen. Das Wichtigste beim Abschluss einer Versicherung ist das Kleingedruckte: Was deckt Ihre Police genau ab und unter welchen Bedingungen?

Wichtige Punkte, die Sie beim Kauf einer Versicherung beachten sollten

Eine spezielle Hurrikanversicherung gibt es nicht. Da diese Stürme Häuser durch eine Kombination aus starkem Wind, heftigem Regen und Überschwemmungen beschädigen, ist der Versicherungsschutz meist aufgeteilt. Das Problem: Standardpolicen schließen Überschwemmungen oft komplett aus, und ohne diese Zusatzdeckung ist Ihr Haus nicht ausreichend geschützt. Die meisten Vermieter schließen eine umfassende Versicherung ab, aber auch diese Policen haben ihre Grenzen. Schäden durch Hochwasser sind beispielsweise nicht durch Standardpolicen abgedeckt und erfordern eine separate Versicherung.

Halten Sie Ihre Abmachung ein, wenn Sie wollen, dass die anderen ihre einhalten.

Die Verantwortung des Vermieters endet hier nicht. Sobald die Versicherung abgeschlossen ist, müssen alle Vertragsbedingungen eingehalten werden, um unangenehme Überraschungen im Schadensfall zu vermeiden. Lesen Sie den Vertrag sorgfältig durch und ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen, z. B. die Benachrichtigung des Versicherers bei einem Wechsel der Bewohner oder bei baulichen Veränderungen am Gebäude. Stellen Sie außerdem sicher, dass alle Angaben zum Objekt korrekt und aktuell sind, wie z. B. Grundstücksgrenzen, Maße und Beschreibungen, da Unstimmigkeiten dem Versicherer einen Grund zur Zahlungsverweigerung geben könnten. Denken Sie bitte daran, Ihr Objekt instand zu halten und die im Vertrag vorgeschriebenen Maßnahmen zur Hurrikansicherung umzusetzen.

Nicht obligatorisch, aber dringend empfehlenswert

In jedem Mietvertrag haben beide Parteien Rechte und Pflichten. Der Vermieter ist verpflichtet, eine bewohnbare Immobilie bereitzustellen und etwaige strukturelle Schäden am Haus zu beheben. Daher sind Vermieter auch für die Beseitigung von durch einen Hurrikan verursachten strukturellen Schäden verantwortlich. Da diese Reparaturen extrem teuer sein können, ist es dringend ratsam, eine Versicherung abzuschließen oder zumindest einen Notfallfonds anzulegen.

Informieren Sie sich gründlich über die ortsspezifischen Anforderungen und Regeln.

Wir haben bereits festgestellt, dass Versicherungen Hurrikane nicht direkt abdecken, sondern vielmehr Wind- und Wasserschäden, die die Gebäudestruktur und -systeme beeinträchtigen. Vermieter müssen sich mit den rechtlichen Bestimmungen und den für ihren Standort geltenden Versicherungsbedingungen vertraut machen. An der Golfküste sind solche Ereignisse häufig und in der Regel durch Allgefahrenversicherungen abgedeckt. Nach Katastrophen wie Hurrikan Katrina hat sich der globale Versicherungsmarkt jedoch deutlich verändert. Heute verlangen die meisten Unternehmen separate, prozentuale Selbstbeteiligungen für Sturmschäden und legen strengere Beschränkungen für hurrikanbedingte Schäden fest. Dies sollte sorgfältig geprüft werden, und in vielen Fällen ist die Kombination mehrerer sich ergänzender Versicherungen sinnvoller als ein einzelner Vertrag.

Pflichten des Vermieters bei der Vermietung

In den Ländern der Karibik mit Common Law, wie Jamaika, Trinidad und Tobago sowie Barbados, werden Mietverträge nicht durch ein strenges Zivilgesetzbuch, sondern durch die von den Parteien ausdrücklich vereinbarten Bedingungen geregelt. Da schriftliche Verträge nicht alle Details abdecken können, greift das Rechtssystem automatisch auf sogenannte „implizite Verpflichtungen“ zurück, um Lücken zu schließen und beide Parteien zu schützen. Vereinfacht gesagt, muss der Vermieter sicherstellen, dass die Wohnung bewohnbar ist. Dies umfasst zahlreiche Aufgaben, von der Reparatur eines zerbrochenen Fensters bis zum Austausch alter Dachschindeln. Am Beispiel Jamaikas lässt sich dies verdeutlichen: Das Gesetz sieht eine klare Aufgabenteilung vor: Der Vermieter ist für die Instandhaltung der wichtigsten baulichen Anlagen verantwortlich, wie Dach, Fundament, Elektrik und Wasserpumpen. Der Mieter hingegen ist für die Reparatur und Instandhaltung der üblichen Einrichtungsgegenstände, Geräte und Möbel zuständig.

Höhere Gewalt-Klauseln in Mietverträgen

Beide Parteien sollten ihre Verantwortlichkeiten im Falle höherer Gewalt klar festlegen: Kostenobergrenzen, Wiederaufbauzeiträume, Meldepflichten und Kündigungsrechte. Es ist wichtig, alles schriftlich festzuhalten, auch was geschieht, wenn die Wiederaufbauarbeiten länger dauern als erwartet. Ein häufiger Streitpunkt ist die Frage, was mit den Mietzahlungen während dieser Zeit geschieht und ob sie reduziert oder erlassen werden. Manchmal wird dem Mieter die Verantwortung für die Reinigung und die Zahlung der Nebenkosten übertragen, manchmal bietet er dies freiwillig und in gutem Glauben an.

Verantwortlichkeiten von Vermietern bei der Kurzzeitvermietung in der Karibik

Die Verantwortlichkeiten ändern sich erheblich, wenn eine Immobilie an Kurzzeittouristen statt an Langzeitmieter vermietet wird. Anders als in einigen US-Bundesstaaten, die Vermietern bei Wetterkatastrophen strenge Entschädigungsregelungen vorschreiben, orientiert sich die Karibik hauptsächlich an Vertragsbedingungen, den Richtlinien von Buchungsplattformen (wie der Airbnb-Richtlinie für schwerwiegende Störungen) und Reiseversicherungen. In der Karibik gibt es kein einheitliches regionales Gesetz, das Vermieter verpflichtet, Touristen im Falle einer angeordneten Evakuierung oder der Schließung eines Flughafens aufgrund eines Hurrikans zu entschädigen oder ihnen eine alternative Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Stattdessen richten sich Rückerstattungen nach den Stornierungsbedingungen im Mietvertrag oder den Sonderregelungen der Buchungsplattform. Wird die Immobilie durch einen Hurrikan unbewohnbar oder unerreichbar, gilt der Vertrag rechtlich als „höhere Gewalt“. Der Vermieter muss in der Regel die Kosten für nicht genutzte Nächte erstatten, ist aber nicht verpflichtet, die Kosten für eine Notunterkunft oder Flugänderungen zu übernehmen. Daher wird Touristen dringend empfohlen, eine private Reiseversicherung abzuschließen. Urlauber sind während eines Sturms für ihr persönliches Eigentum selbst verantwortlich. Allerdings kann ein Vermieter in der Karibik nach dem Recht der Fahrlässigkeitsgesetze haftbar gemacht werden, wenn bereits bestehende Mängel am Objekt Schäden verursachen. Wird beispielsweise der Mietwagen eines Gastes von einem Ast eines abgestorbenen, unbeschnittenen Baumes, den der Vermieter ignoriert hat, oder von herabfallenden Dachziegeln eines sichtbar beschädigten Daches beschädigt, kann der Vermieter (und seine Betriebshaftpflichtversicherung) wegen Vernachlässigung des Objekts haftbar gemacht werden. Diese Verantwortung besteht in beide Richtungen. Da Touristen die Unterkunft nur kurzzeitig bewohnen, haben Vermieter eine Sorgfaltspflicht. Sie sollten klare Anweisungen zur Abreise oder zur Sturmvorbereitung geben. Bei einem herannahenden Sturm ist der Mieter verpflichtet, die vom Vermieter empfohlenen grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie z. B. Gartenmöbel hereinzuholen, Fensterläden zu schließen und Sonnenschirme zu sichern. Versäumt ein Gast dies und ein ungesicherter Gegenstand wird weggeweht und zerschlägt die Fensterscheibe eines Nachbarn, kann die Haftung wegen Fahrlässigkeit auf den Mieter übergehen.

Wichtige Punkte, die Sie in Bezug auf Ihre Versicherung beachten sollten

Zum Schluss noch einige Tipps, die hilfreich sein können, falls Sie sich für den Abschluss einer Versicherung entscheiden:

  • Lassen Sie eine aktuelle Immobilienbewertung durchführen, um Ihren erforderlichen Versicherungsschutz genau zu ermitteln.

  • Wenn Sie eine Hypothek haben, überprüfen Sie die Versicherungsauflagen Ihrer Bank und stellen Sie sicher, dass Sie alle Anforderungen erfüllen.

  • Schließen Sie eine Hochwasserversicherung ab, da diese in der Regel nicht in den üblichen Allgefahrenversicherungen enthalten ist.

  • Bewahren Sie Kopien Ihrer Richtlinien an einem sicheren Ort auf, idealerweise digital in der Cloud gesichert.

  • Machen Sie aktuelle Fotos und Videos von Ihrem Haus, um dessen Zustand vor dem Sturm eindeutig zu dokumentieren.

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Immobilie alle in den Richtlinien festgelegten Standards erfüllt und dass alle Angaben korrekt sind.

  • Führen Sie kontinuierliche Instandhaltungsarbeiten an Ihrem Haus durch und installieren Sie proaktiv hurrikansichere Materialien, Rollläden und bauliche Verstärkungssysteme.

Erledige deine Hausaufgaben, halte dein Grundstück in Ordnung und schlafe gut.

Wir alle möchten unangenehme Situationen vermeiden und bei Unwettern in Sicherheit sein, doch so einfach ist es nicht. Liegt Ihre Immobilie im Hurrikangürtel, müssen Sie Vorsichtsmaßnahmen treffen, eine Versicherung abschließen oder einen Notfallfonds anlegen. Sparen Sie nicht am falschen Ende: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, Ihren Mietvertrag sorgfältig zu erstellen und zu prüfen, insbesondere die Klausel zu höherer Gewalt. Vergünstigungen bringen Verantwortung mit sich. Sie werden Ihre Vorteile sicherlich mehr genießen, wenn Sie wissen, dass Sie im Notfall umfassend abgesichert sind.


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